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Vom Mut zu Träumen

Ein Meisterwerk: Mit großartigen Schauspielern und einem Soundtrack zum Dahinschmelzen erzählt „La La Land“ von Hoffnungen und zerbrochenen Träumen.

Nina Noodt

„Who knows? Is this the start of something wonderful or one more dream that I cannot make true?“ Das fragt sich der talentierte, aber erfolglose Jazzmusiker Sebastian (Ryan Gosling) singend auf einem Pier vor einem blassrosafarbenen Himmel in La La Land. In Damien Chazelles Musicalfilm träumt er davon, seinen eigenen Jazzclub zu eröffnen. Im kunterbunten, von Scheinwerfern angestrahlten Los Angeles kreuzen sich seine Wege immer wieder mit denen Mias (Emma Stone), die eine Karriere als Schauspielerin anstrebt, und schon bald verlieben sich die beiden Hals über Kopf ineinander. Sie teilen ihre Hoffnungen und Ängste, ihre Erfolge und Niederlagen. Stück für Stück holt die Realität Mia und Sebastian ein – und sie müssen sich überlegen, an welchen Träumen sie festhalten und welche sie ziehen lassen.

Mal knallig und laut, zeitweise zart und gefühlvoll wird die Liebesgeschichte von Sebastian und Mia auf die Leinwand gezaubert und Ryan Gosling und Emma Stone – die seit Crazy, Stupid, Love ohnehin als Filmtraumpaar gelten – meistern ihre Rollen mit Bravour. Sie hauchen ihren Figuren Leben ein, lassen sie authentisch wirken und sprühen dabei vor Charme und Lässigkeit. Wie sehr sie den Film tragen, wird auch dann deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass neben ihnen kaum andere Charaktere in mehr als ein, zwei Szenen auch nur zu Wort kommen.

Neben den Hauptdarstellern überzeugt La La Land aber natürlich durch seinen großartigen Soundtrack. Obgleich kein „reines“ Musical stellt der Film die Musik immer wieder in den Vordergrund. Und die Messlatte ist mit Songs wie „City of Stars“ oder „Audition (The Fools Who Dream)“ hoch angesetzt: Sie sind eingängig und hinterlassen das Gefühl eines nicht enden wollenden Tagtraums, ohne dabei ihren Reiz zu verlieren.

(© Studiocanal)

Auch die Handlung des Films, die zunächst vielleicht altbekannt und eher schlicht erscheinen mag, ist viel mehr: Sie erzählt nicht nur von Wünschen und Hoffnungen der Protagonisten, sondern auch von der Unbeständigkeit und den Rückschlägen, die man auf dem Weg zu seinem Traum erlebt. So unterhaltsam und amüsant La La Land in großen Teilen auch ist, wirft Chazelles Film immer auch die Frage auf, was man bereit ist, für den einen großen Traum aufzugeben, ob man vielleicht die Verwirklichung des einen mit der Aufgabe eines anderen Traums bezahlen muss. Und welche Rolle die eigenen Prinzipien und Ideale bei der Verwirklichung eines Traums überhaupt spielen können.

So ist La La Land teils zum laut Mitlachen lustig, teils herzergreifend und melancholisch und präsentiert mit charmantem Selbstbewusstsein die genau richtige Dosis Kitsch. Und spätestens nach sieben Golden Globes und 14 Oscar-Nominierungen lässt sich nicht mehr bestreiten, dass der Film ein Leinwand gewordener Traum ist.