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Meine Erfahrungen mit der Dating-App Once

Warum die Idee dahinter gut, aber Tinder trotzdem besser ist!

Stefan Schreier

Nahezu jeder Mensch im Alter zwischen 18 und 35 Jahren kennt Tinder. Viele von ihnen - vor allem Singles - haben die Dating-App schon einmal benutzt oder schauen regelmäßig rein, wenn sie Lust auf eine schnelle und ungezwungene Nummer haben. Denn seien wir mal ehrlich: Die große Liebe auf Tinder zu finden, ist sehr unwahrscheinlich.

In diesem Artikel soll es aber nicht um Tinder gehen, sondern um Once. Diese App funktioniert sehr ähnlich wie Tinder, allerdings mit einem entscheidenden Unterschied. Bei Once hat der Nutzer nur einmal am Tag die Möglichkeit, über einen anderen selbst ausgewählten oder vorgeschlagenen Single zu urteilen. Sprich abzulehnen, anzunehmen oder direkt eine Nachricht zu schreiben. Letzteres bzw. mehr angezeigte Singles kosten natürlich Geld.

Bild: getonce.com - Pressebild
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Was direkt auffällt sind die Informationen, die man als Nutzer übersichtlich zu jedem Single angezeigt bekommt. Während man bei Tinder erst die Kurzbeschreibung durchlesen muss (und seien wir mal ehrlich, wer tut das schon?), wird bei Once ein kleiner Steckbrief angezeigt.

Ich sehe direkt, dass Helena (28) aus Groß-Bieberau (Anm.: Daten von mir geändert) 38 Kilometer entfernt wohnt. Außerdem sehe ich, ob sie mein Profil schon angesehen hat (bzw. wann sie das tat) und auch ihre Größe, Beruf und Sprachkenntnisse werden angezeigt. Wem das alles nicht reicht, kann dann noch eine Beschreibung über sich hinzufügen. Wenn ich jetzt noch die Bilder in ihrer Galerie durchwische, bekomme ich langsam ein Bild davon, ob Helena zu mir passen könnte oder eben nicht.

Da Helena ein hübsches Schwarz-Weiß-Foto als Profilbild eingestellt hat, auf dem sie ganz nett lächelt, entscheide ich mich dafür, auf das Herz zu tippen und sie zu damit zu liken. Das bedeutet gleichzeitig, dass sie spätestens jetzt auch mein Profil vorgeschlagen bekommt. Findet sie auch mein Profil gut, haben wir, wie bei Tinder, ein Match und können dann ohne Unkostenbeitrag miteinander schreiben.

Egal, ob ich sie like oder ablehne - erst 24 Stunden später bekomme ich den nächsten Single vorgeschlagen. Zwar kann ich in einer Vorauswahl bereits vorab jemanden auswählen, doch die Profilansicht bekomme ich erst später zu Gesicht.

Nettes Prinzip, aber viel zu zäh

Ich verstehe den Gedanken hinter Once. Bei Tinder und der großen Auswahl wird ein Profil nur zu einer kleinen Karteikarte auf einem riesigen Stapel, die direkt nach links oder rechts gewischt wird. Dieser Oberflächligkeit will Once entgegenwirken und die Auswahl absichtlich beschränken, damit der Nutzer sich etwas eingehender mit dem Profil des Gegenübers beschäftigt, statt sich nach durchschnittlich 0,5 Sekunden ein oberflächliches Bild durch ein Profilfoto zu machen.

Die Intention ist lobenswert und die Kostenpunkte mittels In-App-Käufe nur legitim. Hier wird allerdings auch klar, dass mehr Geld aus den Nutzern herausgekitzelt werden soll, damit sich das ganze Projekt rechnet. Statt ein Abo bei Tinder Plus abzuschließen, müssen Nutzer sogenannte Kronen kaufen. 15 Stück kosten dann auch mal eben 15 Euro. Diese sind schnell weg, wenn man doch mal einen weiteren Single vorgeschlagen bekommen oder jemanden direkt anschreiben möchte, was dem Superlike bei Tinder entspricht.

Bis man also mal jemanden gefunden hat, mit dem sich ein Gespräch oder gar ein Nummerntausch oder Date entwickeln kann, können durchaus ein paar Tage ins Land ziehen. Und dafür reicht oft die Geduld einiger Singles nicht aus, die dann über kurz oder lang wieder zu Tinder zurückkehren werden, um dort festzustellen, dass in dem gigantischen Karteikartenstapel auch keine große Liebe zu finden ist.

Spätestens dann hilft nur ein Blick in die Realität. Zeit, das Handy wegzustecken und die Dame oder den Herren im Café oder im Club anzusprechen, dem es wohlmöglich genauso geht, wie euch.